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Kolumne: Drei Jahrzehnte können verdammt lang sein
Was es vor 30 Jahren noch nicht gab Bundesregierung und Stromwirtschaft haben sich in Sachen Atomausstieg geeinigt. Das Abkommen sieht vor, dass der letzte Meiler in etwa 20 Jahren vom Netz geht, realistisch sind 30 Jahre. Wie verdammt lang 30 Jahre sind, zeigt ein Rückblick. Wer vor 30 Jahren morgens mit dem Auto zur Arbeit fuhr, schwebte in dauernder Lebensgefahr. Es gab noch keine Kopfstützen, und in den wenigsten Autos Anschnallgurte. Die ersten Airbags waren zwar erfunden, wurden aber mit Sprengstoff gezündet und über 300 Grad heiß. Wer einen Unfall so überstanden hatte, musste sich nur noch vor dem Airbag fürchten. Am Arbeitsplatz wurde noch mit der Schreibmaschine getippt. Der PC war noch nicht erfunden. Taschenrechner im Kleinformat mit Mikrochip waren kurz vor der Entwicklung, konnten aber nur die Grundrechenarten und Prozentrechnen. Immerhin: Die Erfindung des Fotokopierers sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Erste McDonalds-Filiale öffnete 1971 Nach der Arbeit musste man sich beeilen, um noch einkaufen zu gehen. Es gab noch keine flexiblen Ladenschlusszeiten, um 18.30 war Feierabend. Die Tankstelle war keine Alternative, dort gab es nichts außer Benzin. Und der schnelle Burger auf die Hand war noch unbekannt. Die erste McDonalds-Filiale machte erst Ende 1971 in München auf. Wer vergessen hatte Geld zu holen, brauchte an ein Restaurant gar nicht erst zu denken - es gab noch keine Geldautomaten. Wenn sich als letzte Chance noch ein Fertiggericht bot, war Zeit zum Warmmachen einzukalkulieren - man kannte die Mikrowelle noch nicht. Eltern hatten recht gute Chancen, direkt mit ihren Kindern zu kommunizieren, denn es gab weder Walkman noch CDs. Wer stolz auf seinen Nachwuchs war, konnte ihn mit der Super-8-Kamera filmen, es gab zwar schon Videokameras, aber erst in schwarz-weiß. Ein Telefonanruf war noch richtig Arbeit, denn es gab keine eleganten Tipptelefone, sondern nur das graue Einheitsmodell mit Wählscheibe von der Post. Wer Fernsehen wollte, hatte nur drei Programme zur Verfügung. In der Fußball-Bundesliga gab es noch keine Werbebanden. Und das Privatfernsehen war noch lange nicht erfunden. Danach ging man ins Bett, aber der Tag war noch nicht zuende, es gab noch was zu tun. Denn alle die, die heute knapp 30 sind, die gab es auch noch nicht. Geschickt von Andreas |
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