Karl Ranseier ist tot
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† Karl Ranseier ist tot...
Der wohl erfolgloseste Videospieler aller Zeiten war schon als Kind erfolglos, in Spielhallen zu schleichen und heimlich am einarmigen Banditen sein finanzielles Glück zu machen ... er wurde regelmäßig wieder hinausgeworfen.
Selbst mit angeklebtem Bart und auf Stelzen konnte er die Besitzer diverser Zockerhöllen nicht täuschen. Sein grösster Fehlschlag war der Versuch, mit abgetrennten Arm und tief heruntergezogener Skimütze selbst als Einarmiger Bandit Einlass zu bekommen. Das gab der Karriere als Viedeospieler naürlich einen herben Rückschlag. Die gerade aufkommenden Heimkonsolen mit ihren Joypads musste man bekannterweise mit zwei Händen spielen. Aber Karl gab nicht auf. Mit einer beim Hütchenspiel erworbenen grossen Geldsumme konnte er sich eine permanente Rumble-Prothese in Japan leisten und endlich Pac-Man mit zitternder Hand durchs Labyrinth führen.
Leider schaffte er es nie, die Kirsche zu erwischen, weil er grade am anderen Ende des Spielfeldes von den Gegnern eingekreist sein Game Over hatte.
Auch bei Doom konnte er nie so richtig das erste Level beenden, weil die Rumble-Funktion genaues Zielen unmöglich machten.
Regelmäßig hauchte er sein virtuelles Leben aus.
Auch bei Sportsimulationen half ihm die Vibration nicht wirklich ... die Computermannschaft war seinen zittrig geführten Spielern haushoch überlegen.
Verschiedene Versuche, mit Laserguns am Fernseher diverse Monster ins digitale Jenseits zu befördern, scheiterte kläglich. Aber er büsste dabei sein rechtes Auge ein ... kein wirklicher Grund, das Gamen aufzugeben ... auf dem Monitor ist ja bekanntlich kein räumliches Sehen erforderlich.
Dann wiegte sich Karl in der vergeblichen Hoffnung, als Besiedlungsstratege in „Anno 1602“ der Welt zu zeigen, wie man ein Inselreich aufbaut.
Dummerweise konnte ging er an der ersten Insel immer kläglich pleite, weil seine Handwerksbetriebe keine Auslastung erreichten...sie waren allesamt zu dicht beieinander bzw zu weit weg von den Rohstoffen errichtet.
Dann verlor er sein Herz an Lara Croft. In „Tomb Raider“ wollte er zeigen, das er als „ganzer“ Kerl seinem digitalem Traum sicher zur Seite stehen kann.
Auch das konnte leider nur im totalen Desaster enden ... die Playstation hat er mit Lara hinterm Haus vergraben. Das der Boden wegen Frost tiefgefroren war, war kein echtes Hindernis. Mit seiner Vibrato-Kampf-Hand war das Loch schnell geschaufelt.
Dabei zog er sich eine Lungenentzündung zu, verlor viele Lebenspunkte und starb ... weil er vergessen hatte, das grosse Medipack mitzunehmen.
Die digitale Welt trauert um einen der leichtesten Gegner, den sie je hatte.
Geschickt von Ted Striker
Habt Ihr weitere Ranseier für uns?
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