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Sowas dummes

1. Sowas dummes..., Mr. Bush!

Wir schreiben den 5. September 2000 - ein Datum, das George W. Bush jr., damals noch Gouverneur von Texas und Präsidentschaftskandidat der Republikaner, wohl nicht so schnell vergessen wird. Noch bei seiner Nominierung hatte Bush jr. versprochen, in Washington für mehr Höflichkeit im Umgang miteinander zu sorgen. Sein Versprechen hielt nur ein paar Wochen und nur bis ins Provinznest Naperville. Hier wollte Saubermann Bush eine Wahlkampfrede halten. Bewaffnet mit einem strahlenden Lächeln betrat der Kandidat die Bühne, winkte der Menge fröhlich zu und entdeckte unter den Zuschauern einen Herrn namens Adam Clymer, Journalist bei der New York Times. Dieser Herr hatte sich bei Mr. Bush durch seine kritische Berichterstattung wohl unbeliebt gemacht. Denn während Mr. Bush noch immer in die Menge strahlte, raunte er seinem Vize-Kandidaten Dick Cheney offenherzig zu: "Da ist Adam Clymer, das Riesenarschloch von der New York Times!" Sein Pech, dass das Mikrofon schon eingeschaltet war... Wir sagen danke und bereichern unseren Wortschatz um die Vokabel "major-league asshole".

2. Sowas dummes, Mr. Reagan!

Mr. Bush ist nicht der einzige amerikanische Politiker, dem ein zur Unzeit geöffnetes Mikrofon Ärger beschert hat. Am 11.8.1984 wurde auch der damalige US-Präsident Ronald Reagan ein Opfer tückischer Mikrofone. Er sollte vor einer Rundfunkansprache eine Mikrofonprobe machen, was Mr. Reagan gerne tat. "Ich habe soeben das Gesetz zur Auslöschung der Sowjetunion unterschrieben", sprach er laut und deutlich in sein Mikro. "Die Bombardierung Russlands beginnt in fünf Minuten." ...und alle hörten mit!

3. Sowas dummes, Helmut Kohl!

Pleiten, Pech und Medienpannen auch bei uns: So kam es bei der Ausstrahlung der Neujahrsansprache von Bundeskanzler Kohl am 31.12.1986 zu einer peinlichen Verwechslung. Die Ansprache wurde aufgezeichnet und unter nie geklärten Umständen kurz vor der Ausstrahlung am Silvesterabend vertauscht. Ausgestrahlt wurde nicht die aktuelle Ansprache, sondern Kohls alte Rede von Silvester 85 - und kaum einer hat's gemerkt!

4. Sowas dummes, Mitteldeutscher Rundfunk!

Die Neujahrsansprachen am Silvesterabend scheinen für Fernsehpannen besonders anfällig zu sein. Denn auch zum Jahreswechsel 2000/2001 gab es beim Mitteldeutschen Rundfunk MDR eine klitzekleine Verwechslung: Ausgestrahlt wurde das Bild des SPD-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, der die Neujahrsansprache allerdings nicht mit seiner eigenen Stimme verlas, sondern von seinem sächsischen CDU-Konkurrenten Kurt Biedenkopf synchronisiert wurde. Im Klartext: Das Fernsehbild von SPD-Höppner wurde mit dem Fernsehton von CDU-Biedenkopf gemixt - nicht die ganze Zeit über, und auch nicht überall, was diese Panne jedoch nicht weniger peinlich macht.

5. Sowas dummes, Rudolf Scharping!

Pech für Verteidigungsminister Rudolf Scharping beim Besuch des amerikanischen Pentagons: Als Scharpings Wagen die Zufahrt zum US-Verteidigungsministerium passierte, fuhr plötzlich eine in den Boden eingelassene Sicherheitsbarriere hoch. Der Minister und sein Begleiter wurden unter das Wagendach und gegen eine Trennscheibe geschleudert. Beide erlitten leichte Verletzungen. Es war nicht der erste Unfall dieser Art im Pentagon. Im September 1998 schnellte die Barriere bei der Ankunft des japanischen Verteidigungsministers ebenfalls in die Höhe. Auch er wurde verletzt... Dumm gelaufen, Pentagon!

6. Sowas dummes, Rudolf Scharping 2!

Für Aufregung hat am 16. Juni 2000 Scharpings Abreise zum EU-Gipfel nach Portugal gesorgt. Scharpings Flugzeug startete planmäßig in Köln-Wahn. Es sollte zuerst nach Berlin fliegen, um dort Außenminister Joschka Fischer abzuholen, und dann Kurs auf Portugal nehmen. Der Pilot legte einen Bilderbuchstart hin, und alle Mitglieder der Scharping-Delegation waren guter Dinge, bis jemand diese Frage stellte: "Sagt mal, wo ist eigentlich der Rudolf?" Die Maschine der Bundesluftwaffe war schnell durchsucht, der Minister nicht an Bord. Die schockierte Flugbereitschaft kehrte auf der Stelle um, landete wieder auf dem Flughafen Köln-Wahn und sammelte dort ihren obersten Dienstherrn ein. Wo sich Scharping beim Abflug seiner Maschine aufgehalten und was er zu diesem peinlichen Vorgang gesagt hat, wollte niemand verraten. Sie haben sicher genügend Fantasie...?

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